Das Leben auf der Hacienda

Hallo Leute,

jetzt habe ich mich schon wieder ewig nicht gemeldet. Irgendwie gibt es hier immer etwas zu tun sodass ich ungefähr nie rumsitze und nicht weiß was ich tun soll.

Aber gut, besser spät als nie. Ich erzähl euch einfach mal wie es hier so abläuft.

Im Grunde habe ich hier nämlich meinen perfekten Job gefunden. Wie immer gibt es natürlich auch ein Aber. Aber zunächsteinmal zu meinen Aufgaben.

Meine Hauptaufgabe ist tatsächlich Ausreiten zu gehen wenn wir Gäste haben die eine Reittour wünschen. Klingt ja für Leute die gerne reiten erstmal hervorragend. Ist es auch :). Naja, jetzt kommt langsam der Sommer und mittags ist es echt verdammt warm und da wir hier in der halbwüste sind gibt es auch ca. nie Bäume die einem Schatten spenden können. So bekomme ich bei den langen Touren (6 h) gerne auch mit 50er Sonnencreme noch ein kleines Sonnenbrändchen.

Manchmal kommt Struppi mit. Gerne läuft er vor und wartet dann im Schatten auf uns 😀

Mit Gästen auf einen Ausritt zu gehen ist zwar nicht ganz so entspannt wie alleine oder mit Kollegen aber gut, besser als im Büro zu sitzen ist es allemal :D.

Deutlich entspannter, ein kleiner Ausritt mit Luis 😊

Die Hacienda bietet untschiedliche Ritte an. Es gibt zwei Stunden touren, drei Stunden, verschiedene 5 Stündige und 6 Stunden touren. Bei den 5 und 6 Stunden nehmen wir immer Lunch mit. In der Regel kümmert René sich darum das die Pferde rechtzeitig gesattelt sind und ich kümmere mich darum das wir genügend Verpflegung dabei haben und die Gäste entsprechend gerüstet sind.

René mein Reittourenpartner 🙂

Wenn keine Reittouren anstehen bin ich im Büro oder nerve Luis ein bisschen in der Küche :D. Da immer jemand hier sein muss, für den Fall das Gäste kommen oder auch das Telefon beantwortet werden will, sind es teilweise sehr lange Tage. Frühstück gibt es ab 08:30 Uhr und Abendessen gibt es ab 19:00 Uhr. Mit Vor- und Nachbereiten sind 14 Stunden schnell um.

Arbeitstechnisch, für mich als deutsche, fehlt hier eindeutig Struktur. So kann es also vorkommen das ich als Praktikantin den ganzen Tag alleine hier bin. Das war gestern der Fall, wird aber auch nie wieder vorkommen :D. Funktioniert nämlich nur bedingt wenn man an drei Orten gleichzeitig sein soll.

Und das ist auch schon mein Aber, denn wie gesagt, auf Ausritte zu gehen und ein bisschen Kellnern oder auch Touristische Sachen im Büro erledigen sind eigentlich die Bereiche die ich gut kann und die mir Spaß machen. Wenn es dann aber so ist, das ich als Praktikantin für eine Kost und Logis stelle 12 bis 14 Stunden arbeite und das keine Ausnahme ist, ist halt auch der perfekte Job nicht perfekt.

Ansonsten vergehen die Tage hier wie gesagt immer recht schnell. Die Leute sind super lieb und lustig. Manchmal verlangt es zwar auch einiges meiner nicht vorhandenen Geduld aber es ist ja nur für ein paar Monate und die ersten zwei sind ja nun auch schon fast rum.

Für die kleine Pause zwischendurch, ein gemütliches Plätzchen am Fluss

An die kleinen Erdbeben die es zwischendurch immer mal gibt hab ich mich schon fast gewöhnt. Mittlerweile wache ich nicht mal zwangläufig davon auf.

Davon ab wird mein Spanisch von Zeit zu Zeit besser. Zwar meiner Meinung nach viel zu langsam aber da ich auch viel zu faul bin um mich jeden Tag hinzusetzen und zu lernen bin ich da wohl selbst Schuld.

Vorgestern hatte ich einen freien Tag und war mal wieder in Ovalle und ich muss sagen ich finde die Busfahrt jedesmal aufs neue Abenteuerlich und das nicht nur wegen der „Straßen“verhältnisse. Es gibt keine Haltestellen. Der Bus hält einfach wo die Leute aussteiegen oder einsteigen wollen. Das ist aber noch nicht alles. Da die Fahrtdauer 2 Stunden beträgt, nehmen die Busfahrer bestellungen entgegen, kaufen die Sachen in Ovalle ein und liefern diese dann unterwegs bei den Leuten ab. Das ist wirklich sehr nett und praktisch führt aber auch dazu, das der Bus gefühlt alle 3 Meter anhält (und das ist nicht übertrieben!). Es ist jedesmal ein recht anstrengender Tagestrip wenn man mal was einkaufen möchte. Auf dem Land leben ist ja echt schön und gut, aber man muss ja auch nicht übertreiben.

Auch bei meinem zweiten Besuch in Ovalle konnte ich keinen gefallen an dieser „Stadt“ finden. Vor ein paar Wochen (ich hab hier wirklich kein Zeitgefühl!) war ich in La Serena und dort hat es mir um einiges besser gefallen. Zwar finde ich auch La Serena nicht umwerfend aber es liegt am Meer und ist um einiges größer und attraktiver als Ovalle. Vicuna finde ich wirklichh süß auch wenn die „Straße“ dorthin ein wirkliches Abenteuer ist.

Ich glaube mir fehlt hier an den Südamerikanischen Städten immer ein bisschen Europäisches Flair. Ich glaube ich vergleiche das immer mit Südeuropa wo man immer unzählige süße Cafés und kleine Restaurants hat. Es gefällt mir hier schon gut aber ich glaube um hier leben zu können reicht es nicht.

Immer bin ich auf der Suche nach dem perfekten Ort und dem perfekten Job für ein tolles Leben. Aber egal wo ich bin finde ich immer etwas das dagegen spricht.

Perfekt geht wohl nicht, also genieße ich den Moment und muss sagen es geht mir sehr gut damit und ich bin glücklich auch wenn nicht immer alles so läuft wie ich das gerne hätte :).

Ich glaube damit bin ich schon besser dran als viele andere.

Also meine Lieben, arbeitet nicht zu viel und genießt das Leben 🙂

Liebe Grüße aus dem Sommer 🙂

Luisa


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