Roadtrip #2 Part II

7. Tag, Freitag 04.05.2018, ~391 km, Portland – Bullards

Dafür das heute ein reiner Fahrtag war ist einiges passiert.

Angefangen damit, dass wir eigentlich ausschlafen wollten und ich um 7.15 Uhr hellwach auf die Uhr geschaut habe. Dann war unser Badezimmer besetzt und ich musste im Nachtpolter durch die Küche „flitzen“. Die Dusche hatte so eine Wucht das ich schon sportlich war indem ich von Wassertropf zu Wassertropf gesprungen bin. Nein – so schlimm war es wirklich nicht nur der Abend ist weniger so gelaufen wie geplant, sodass meine Laune jetzt gerade nicht so super ist. Aber dazu später.

Im Hostel gab es Frühstück inklusive – einen Bagel der Wahl und Kaffe oder Tee. Ich habe mich für Rosine-Zimt entschieden. Aus dem Grill ist dann leider aber nur ein Teil auf dem Teller gelandet und eins hat sich mit dem Hostelboden angefreundet. Ich bin ja was Bakterien und Sauberkeit angeht schon etwas weniger empfindlich geworden, aber der Hostelboden ist dann doch zu viel des guten. So hatte ich nur einen halben Bagel als Frühstück – schon nicht der beste Start für mich.

Weiter ging es damit, das am Stuhlbein Erdnussbutter klebte und ich die natürlich dann auf der Hose hatte – klasse, frisch gewaschen!

Naja. Wir haben uns dann auf den Weg gemacht und Uschi hat auch gut mitgearbeitet.

In Lincoln City haben wir dann eine Pinkelpause gemacht und uns einen Kaffe geholt. Wir stehen also dort und warten auf den Kaffee da legt mir der Typ hinterm Tresen eine Tüte hin und sagt was. Ich war aber gerade vertieft in eine Sms von meinem Chef, der etwas wegen meinem letzten Gehaltscheck gefragt hat, das ich so verwirrt war und den Kaffefutzi nur verdattert angeschaut hab.

Er hatte ein Sandwich mit Bacon gemacht und der andere Kunde wollte ohne Bacon also musste er das jetzt loswerden. Prima, wo ich doch nur einen halben Bagel als Frühstück hatte kam das genau passend.

In Depoe Bay haben wir dann angehalten und uns den kleinsten Hafen der Welt (ob das stimmt?) angeschaut. Auf dem Rückweg zum Auto hat Pia dann tatsächlich ganz nah an der Küste einen Wal gesehen. Der kam aber nur zum Luft holen nach oben, man konnte also nur die wasserfontäne sehen so richtig.

Die Landschaft unterwegs hat sich immer wieder abgewechselt. Mal durch Wälder, Bergauf und Bergab, an der Küste entlang und durch kleine Orte durch. Zwischendurch haben wir nochmal angehalten um uns die Beine zu vertreten, und auch dort haben wir wieder Wale gesehen. Da braucht man nicht mal ne Walewatching Tour zu buchen 😊.

Unser Tagesziel heute war eigentlich Florence. Wir hatten nichts vorgebucht sondern wollten einfach mal schauen was es so gibt. Als wir jedoch schon um 15 Uhr dort waren haben wir entschieden einkaufen zu gehen und weiter zu fahren. Also sind wir eine Stunde durch den safeway getingelt und haben Abendessen und Wasser gekauft.

Leider ging es nach Florence recht lang durchs Inland und wir wollten eher was in Strandnähe zum Übernachten haben. Also sind wir weiter gefahren bis wir um 18 Uhr schließlich in Bullards einen Stadtpark Campground gefunden haben. Wir haben also das Auto schlaffertig gemacht und zu Abend gegessen. Da es dann da 19.45 Uhr war und es zum Strand nur 0.25 Meilen sein sollte dachten wir, klar so einen Strandspaziergang zum Sonnenuntergang ist doch herrlich.

Ja Pustekuchen. Erstmal wurden aus den 0.25 meilen eher 1,5 PRO Strecke und der Weg war entfernt von gut und böse.

Rechts und links überall so Tümpel wo massenweise Riesenmücken rumgeschwirrt sind (die meinem juckenden Körper nach sehr hungrig waren). Das aber noch nicht genug war der Weg teilweise so matschig das Pia knöcheltief im Schlamm versunken ist. Meine Schuhe waren eh eigentlich schon für den Müll ausgemustert, sodass es jetzt bei mir nicht so dramatisch war.

Als wir dann endlich am Strand angekommen waren hatte ich den Kaffe schon sowas von auf. Der Sonnenuntergang war dann auch eher nix. Zu bewölkt. Also haben wir uns schimpfend auf den Rückweg gemacht. Was für ein Scheiß.

Das noch nicht alles hat mich die Buchse die ich morgens noch von der Erdnussbutter befreit habe so aufgeregt das die direkt in die Tonne gewandert ist. Also wenn die an allen enden rutscht, von oben runter und von unten hoch und dann auch noch Fusselt wie Sau, hat die ihre Daseinsberechtigung in meinem begrenzten Platz auch nach erst einem mal tragen verwirkt.

Gepäcktechnisch um Schuhe und Hose leichter geht’s jetzt ins Bett. Mal sehen wie es sich im Auto so schläft 😊.

Wie gesagt, für einen reinen Fahrtag erstaunlich ereignisreich. Da bin ich ja schon gespannt was morgen so passiert…

8. Tag, Samstag 05.05.2018, ~198 km, Bullards – Willits

Heute sind wir den Highway 101 weiter Richtung Süden gefahren und haben die „Grenze“ zu Kalifornien überquert.

Auch heute waren wir wieder mittags am geplanten Ziel und haben entschieden noch weiter zu fahren.

Die Strecke war etwas anders. Zum Teil an der Küste lang. Ein großer Teil ging aber dann auch durch Wälder und das Landesinnere. Vorbei an Flüssen war der Weg durchs Landesinnere nicht weniger schön! Mit dem Motorrad macht die Strecke bestimmt auch Spaß 😊🛵

Unser Frühstück/Mittagessen/Abendessen haben wir nachmittags im Diner zu uns genommen.

Ab 17 Uhr ca. haben wir Ausschau gehalten nach Übernachtungsmöglichkeiten. Wie der Teufel es so will kam dann aber nichts mehr vernünftiges. Um 19 Uhr haben wir dann das nächste genommen was kam. Ein Campingplatz wo wir um im Auto zu schlafen saftige US$62 zahlen müssten. Aber wir waren froh etwas zu haben.

9. Tag, Sonntag, 06.05.2018, ~219 km, Willits – San Francisco

Wie jeden Morgen waren wir so gegen 9.30 Uhr wieder unterwegs. Und das ohne zu hetzen oder auch nur den Wecker zu stellen. Verrückt!

Bevor wir nach San Francisco rein sind haben wir noch in einem Premium Outlet gehalten. Wir dachten dort könnten wir auch frühstücken und einen Kaffee trinken. Alles was es dort an Lebensmitteln gab, waren hotdogs.

Aber da Pia ja keine Schuhe mehr hatte nützte es alles nix. Wir sind also durch die Läden geschlichen, ich völlig entkräftet und etwas schlecht gelaunt. Ohne Frühstück und ohne Kaffee dafür aber Kopfschmerzen waren kein guter Start und erst recht nicht gut zum shoppen.

Bei Converse sind wir dann auch fündig geworden und es gab sogar noch ein T-Shirt für mich 😊. Von dort haben wir uns einen Kaffee geholt und sind nach San Francisco rein. Der Verkehr war nicht so toll besonders da auf den letzten weiß ich nicht wie viel hundert Kilometern kaum Verkehr war. An Stadtverkehr musste ich mich doch erst wieder gewöhnen. Nix für mich, da reg ich mich zu schnell auf.

Über die Golden Gate Bridge war auch ganz nett nur leider hab ich das mit der toll nicht so gerallt und muss mich damit morgen nochmal auseinander setzen. Mit toll bezahlen oder angeblich nicht bezahlen habe ich ja nicht so die besten Erfahrungen gemacht…

Über die Golden Gate Bridge nach San Francisco

Leider war hier die Straße wo das Hostel ist wegen irgendeines Straßenfestes gesperrt und wir mussten etwas um den Block fahren. Wegen des Verkehrs hat das auch ewig gedauert, mich einige nerven gekostet und Pia musste sich mit meinem gefluche abfinden. (Zum Glück kennen wir uns ja schon seit gut 10 Jahren und sind schon zusammen gereist sodass das Sie damit umgehen kann). Wir haben dann etwas entfernt an der Straße geparkt, sind zum Hostel gelaufen und haben eingecheckt. Das Auto haben wir sobald die Straßen wieder frei waren im benachbarten Hotel sicher abgestellt (US$35/Tag).

Um (eigentlich die Toll zu zahlen – das Büro hatte aber natürlich geschlossen als wir dort waren..) noch etwas von der Stadt zu sehen haben wir uns auf den weg zum Wasser gemacht. Die Gegend wo das Hostel ist, ist jetzt nicht so super. Jede Menge Obdachlose und die sind hier auch alle auf irgendwelchen Trips… etwas seltsam. Da fühl ich mich direkt wie so ein Landei..

Also sind wir die Piers entlang, natürlich auch am Pier 39 und Fisherman’s Wharf.

Dort haben wir dann auch lecker zu Abend gegessen und haben uns anschließend für US$10 ein Taxi zurück zum Hostel genommen.

Auch der Taxi Fahrer meinte nochmal wir sollten doch besser abends nicht in dieser Gegend rumlaufen, so schön wäre es nicht.

Das Hostel an sich ist aber ganz nett. Etwas esotherisch angehaucht vielleicht, als aktivitäten werden hier Tarot Karten legen angeboten…

Wir haben ein 4 Bett Zimmer mit eigenem Bad. Die Matratzen sind etwas verrückt. Die passen sich so richtig an die Körperform an. So viel wie ich mich drehe nachts hat die richtig was zu tun….

10. Tag, Montag, 07.05.2018, San Francisco

Geschlafen habe ich ganz gut und wir sind auch ganz gemütlich aufgestanden und untypisch für uns erst nach 10 Uhr los.

Vorher musste ich das mit der toll noch klären. Ich habe eine Bestätigungsnummer bekommen allerdings keine e-Mail…. Da kann ich ja nur hoffen dass das alles gut gegangen ist 🙈. Online konnte ich das nicht machen weil ich kein Nummernschild aus den USA habe und am Telefon war es dann beim 5 Versuch so das ich verbunden würde aber die Verbindung war nicht so der Knaller. Bin mal gespannt ob das geklappt hat – werde ich ja spätestens bei der Ausreise dann merken.

Wie auch immer, wir sind dann los und haben uns in einen Hop on Hop off Bus gesetzt und sind durch die Stadt gefahren. Mittags haben wir uns Fahrräder geliehen und sind ein bisschen an der Küste lang gefahren bis unterhalb der Golden Gate Bridge.

Leider waren wir trotz guter wettervoraussage nicht so klug uns einzucremen und haben uns natürlich ordentlich verbrannt. Nachdem wir die Räder wieder abgegeben haben sind wir auch erstmal after sun kaufen gegangen…

Bevor wir uns auf die „Nachttour“ gemacht haben sind wir noch zur Lombard Street gelaufen. Das ist diese bekannte Straße die im Zick Zack der runter geht weil die Steigung sont wohl zu krass ist.

Der Guide bei der Nachttour hat auch die ganze Zeit gesagt was für ein Glück wir mit dem Wetter hätten, so klare Sicht hätte er wirklich selten. Ja, fanden wir auch ganz nett.

Nach der Tour haben wir uns dann nur noch auf Nahrungssuche gemacht und sind zurück zum Hostel wo wir uns dann dick mit Aftersun eingecremt haben.

11. Tag, Dienstag, 08.05.2018, San Francisco

Da wir ja doch manchmal aus Fehlern lernen haben wir uns heute morgen mit Sonnencreme eingecremt und waren fürs Frühstück etwas spät dran. Wir wollten den ersten Hop on Hop off Bus nehmen um noch einmal bei der Golden Gate Bridge auszusteigen. Das hat dann aufgrund der Geschwindigkeit des Fahrers nicht geklappt. Der hat nämlich bei jedem Stop jedem neuen Gast einzeln überaus ausführlich erklärt wie alles funktioniert. Das er nicht erklärt hat wie man sich hinsetzt war auch alles. Ist ja ganz nett und hilfreich für Gäste die das erste mal mitfahren, für die Einhaltung des Zeitplans jetzt nicht so förderlich. Als dann abzusehen war das wir es nicht pünktllich zum Pier schaffen sind wir kurzentschlossen früher ausgestiegen und den rest gelaufen. Da das aber noch ein Stückchen zu laufen war und wir auch einen kurzen Stop für Kaffee und Croissants machen mussten, mussten wir uns dann ordentlich sputen. Im Laufschritt kamen wir dann auf den Punkt genau am Pier an, haben unsere Tickets gedruckt und sind ohne Warteschlange aufs Schiff – wieder mal Glück gehabt.

Auf der 12 Minütigen Fährfahrt nach Alcatraz haben wir dann Kaffee und Croissant genossen (wirklich lecker!!).

In den Tickets war ein Audioguide inkuludiert und so hat man quasi eine Führung durch das Gefängnis bekommen. Wirklich kleine Zellen! Die Insel war ziemlich Grün und schön vielseitig bepfanzt, das denkt man von einer ehemaligen Gefängnisinsel ja auch erstmal nicht.

Auch für die Fähre zurück waren wir mit einer Punktlandung am Pier. Das haben wir heute aber wirklich drauf.

Den Nachmittag sind wir nur noch durch die Stadt und die Läden geschlendert.

Fazit zu San Francisco: die Stadt gefällt mir wirklich gut. Es gibt so viel zu sehen und für eine Großstadt ist es auch wirklich grün. Ich würde definitiv nochmal wiederkommen. Allerdings würde ich dann drauf achten in welcher Gegend ich so unterkomme.

Was mir hier nicht so gefällt sind die ganzen Obdachlosen die sich an nichts und niemandem stören und sich in aller Öffentlichkeit spritzen setzen. UND der Uringeruch der einem in der halben Stadt entgegenschlägt. Das brauche ich nicht unbedingt.

Morgen geht es weiter die Küste runter und am Samstag kommt dann schon mein Schwesterchen dazu. Mal sehen was noch so kommt.

Liebe Grüße aus dem sonnigen San Francisco,

Luisa


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