Workaway Erfahrungen und Selbsterkenntnisse

Ich bin ja nach Vancouver Island gekommen weil ich auf jeden Fall noch Tofino gesehen haben wollte.

Also habe ich eine Nacht in Victoria geschlafen und hab mich dann am nächsten Morgen auf den Weg nach Tofino gemacht.

Vancouver Island ist wirklich schön grün, dafür muss es ja auch eine Menge regnen. Und das war der Fall. Ab dem Zeitpunkt wo ich auf den Highway gefahren bin hat es so gut wie 2 Tage durchgeregnet.

Unterwegs auf Vancouver Island
So schön grün

Tofino ist ganz süß, ziemlich teuer und bei Regen überzeugt mich das nicht vollends.

Mr. Krebs

Übernachtet habe ich kurz vor Ucluelet – nicht weit von Tofino entfernt. Diese Nacht war die erste wo es ein bisschen gruselig war so ganz alleine. Es hat geregnet und das ist echt ganz schön laut auf dem Autodach. Zudem war das in so einem Wald und es war sowas von dunkel. Nicht der kleinste Lichtblick irgendwo erkennbar…

Stellplatz für die Nacht, eigentlich ganz gemütlich..

Am Sonntag bin ich dann von Swarts Bay nach Salt spring Island rüber gefahren. Dort habe ich für eine Woche einen Workawayplatz. Leider habe ich mir eine Erkältung eingefangen und fühle mich echt beschissen.

Der Weg zu Joe (mein Workaway Host für die nächste Woche) war schon etwas abenteuerlich. Als Wegbeschreibung bekam ich sowas wie: an der Schwimmweste links und vor dem gelben Truck wieder links. Naja. Als ich dann dort ankam hab ich mich kurz gefragt wieso zur Hölle ich sowas immer ausprobieren muss.

Da sag nochmal einer ich wäre unordentlich…
Ich mag Küchen ja gern aufgeräumt und sauber…
Drinnen war kein Platz für Küchenschränke..

Aber naja. Man muss ja seine Erfahrungen machen. Ich werde also die nächste Woche weiter in meinem Auto schlafen (das stört mich jetzt nicht, hab mich da schon so dran gewöhnt..) gespannt bin ich jedoch mal auf die Toiletten und Duschen. Das wird wohl eine abenteuerliche Woche.

Joa hatte nicht besonders viel Zeit und da ich eh recht fertig war hab ich dann erstmal einen Nap gehalten. Als ich aufgestanden bin war Joe nicht da, dafür hat mir Hanna (eine andere Volunteer die am Dienstag fährt) dann alles gezeigt.

Die Toilette ist ein Plumsklo in der freien Natur… die Dusche ist quasi in Joes Schlafzimmer und nur so halb funktionstüchtig. Wie zur Hölle soll ich das eine Woche überstehen? Den nächsten Platz suche ich mir definitiv besser aus!

Das Klo… mag ich auch lieber mit Spülung.

Wir haben dann Abendessen gekocht und Joe kam mit zwei Freunden nach Hause. Er war nicht besonders begeistert das ich krank bin, was ich durchaus verstehen kann, ich kann das ja auch nicht leiden wenn Leute um mich rum krank sind.

Naja er hat mir dann auch nichts erklärt oder gezeigt oder gesagt was ich machen soll.

Als ich am nächsten Morgen aufgestanden bin war keiner da, also habe ich bis mittags nur rumgelungert und bin ein bisschen spazieren gegangen.

Als Joe dann irgendwann wiederkam hab ich ihn gefragt ob ich irgendwas machen soll und ja, ich sollte mit einem Hammer Brennesselstängel platt klopfen damit die Kinder (welche Kinder?) daraus Leinen basteln können.

Als ich zur Hälfte fertig war (nach ca. 2 Stunden) meinte er, er wolle einen Nap halten und ich musste aufhören weil das ja doch recht laut ist. Seit dem bin ich jetzt wieder im Auto und beschäftige mich mit der Reiseplanung ab August/September.

Ich finde das alles sehr seltsam hier. Werde mich heute wenn der irgendwann mal wieder auftaucht erkundigen wie das so normalerweise läuft.

Abends ist er erst super spät aufgetaucht und dann waren noch Freunde da. Ich bin also irgendwann einfach total durchgefroren und genervt ins Bett gegangen.

Am nächsten Morgen hab ich dann mit Joe gesprochen und meinte das ich sowieso nicht wirklich eine Hilfe bin und dann hat er auch direkt gesagt wenn ich gehen will soll ich das ruhig tun, viel Glück und gute Besserung. Ich glaube er war ein bisschen froh das ich meine Bazillen nicht mehr dort verteile 😂.

Von dort habe ich mich also wieder auf die Fähre nach Vancouver Island begeben und bin dann zu dem Paar gefahren wo ich eigentlich hin wollte.

Hier habe ich ein warmes Bett und ein eigenes Bad.

Allerdings hab ich noch nie eine so dreckige Küche gesehen. Die Katzen springen auf jeder Theke rum, auf den Tischen und Stühlen und gucken in jeden Kochtopf. Auch die Hunde flitzen andauernd hier durch.

Naja.

Meine Aufgaben bestanden daraus die Hühner zu füttern und rauszulassen, hundescheiße aufzusammeln und das Haus aufräumen/ausmisten. Wie ihr ja wisst bin ich nicht so gut im aufräumen. Außer die Küche, die mag ich gerne ordentlich. Wie auch immer.

Kinsol-Eisenbahnbrücke

Was ich jetzt schon aus meinen Workaways gelernt habe – ich brauche definitiv eine saubere Küche und ein sauberes Bad und Bett. Ich bin mir doch für manche Arbeit zu schade auch wenn ich immer dachte das wäre so nicht. Ich brauche einen gewissen Luxus, sowas wie ein vernünftiges Klo und eine ordentliche Dusche und wie gesagt eine saubere Küche. Allerdings habe ich wieder mal festgestellt das ich relativ anpassungsfähig bin.

Da ich hier nur mit den beiden zusammen lebe und die schon ü. 60 sind (hab ich grundsätzlich kein Problem mit) und ich seit Pia und Lotti wieder zurück sind mit keinem in meinem alter etwas zu tun hatte bin ich etwas einsam und freue mich schon auf Trubel den ich hoffentlich bald wieder um mich habe.

Das mit dem Trubel hat dann schneller geklappt als erwartet. Die gute Frau bei denen ich war hat mich nämlich heute vor die Tür gesetzt und zwar mit dem Grund das ich ja nicht weiß wie man arbeitet (nachdem ich das komplette Haus gewischt habe). So ist das also. Wieder eine neue Erkenntniss für mich, das war mir so noch nicht klar. Aber gut, wie dem auch sei bin ich nicht super traurig dort nicht mehr zu sein.

Ich bin also nach Victoria zurück gefahren, denn dort hab ich morgen auch ein Vorstellungsgespräch in einer Bäckerei, wovon ich mir allerdings nicht allzu viel verspreche.

Ein bisschen Heimat muss heute sein!

Leider war das Hostel wo ich sonst immer war schon ausgebucht und ich musste mir ein anderes suchen. Das ist klein, weit außerhalb und hat genau 2 Duschen. Die gute Frau die einen eincheckt ist meiner Meinung nach nicht ganz knusper. Ich kann kaum ein Wort verstehen, die labert nur unnötige Scheiße und kriegt nix zu stande. Na klasse. Aber, es nützt ja nix und ich hab mich bis Sonntag eingebucht und meine Sachen reingebracht.

Da ich dort wo ich mit dem Auto stand, vermeintlich eine Stunde parken durfte, habe ich entschieden eben duschen zu gehen und dann mein Auto umzuparken.

Da es in dem „gigantischen Bad“ keine Steckdose gab konnte ich meine Haare nicht föhnen und habe das auf später verschoben. Also hab ich mein Schlüssel gepackt und meine Wäsche und bin raus um pflichtbewusst wie ich bin mein Auto nach der abgelaufenen Stunde umzuparken.

Und sehe… nichts. Mein Auto ist nicht mehr dort. Kurz hab ich überlegt ob ich jetzt völlig verwirrt bin und schon vorher umgeparkt habe aber nein. Offenbar bin ich zum ersten mal in meinem Leben abgeschleppt worden (das hatte ich mir auch anders vorgestellt😜).

Zum Glück fuhr gerade ein Polizeiauto vorbei das ich direkt mal rangewinkt habe.

Ja.. wo ich denn geparkt hätte, wo ich herkomme, ob das ein Leihwagen sei. Alles erklärt und er hat netterweise für mich herausgefunden wo das Auto ist und das es mich ca. CAD$ 100 kosten wird.

Ob ich denn Freunde hätte die mich dort hinbringen könnten. Nach so einem blöden Tag und einer blöden Woche eine blöde Frage. Als ich verneinte, fragte er ob ich denn mein Portmonee bei mir hätte. Hatte ich nicht, wollte Ja nur kurz umparken…

Er fragte wie lange ich brauche das zu holen – 5 min. – ich solle mich beeilen und dann würde er mich fahren.

Also bin ich schnell zurück geflitzt und habe mein Portmonee geholt.

Somit bin ich heute zum ersten mal in meinem Leben hinten in einem Polizeiauto mitgefahren. Seltsam bekleidet, mit nassen ungekämmten Haaren und völlig fertig.

So viele erste Male heute… Und trotzdem so ein beschissener Tag.

Nachdem ich dann die CAD$ 100 bezahlt habe wurde mir mein Auto gebracht und ich habe den Strafzettel über CAD$ 60 gesehen der natürlich zusätzlich dazu kommt. Was für ein kostengünstiger Tag.

Da ich jetzt absolut den Kaffee auf habe für heute werde ich mich gleich ins Bett begeben und hoffen das Netflix hier funktioniert.

Mal sehen was das Wochenende so an Überraschungen bringt.

Euch ein schönes selbiges und Liebe Grüße aus Victoria,

Luisa


2 Gedanken zu “Workaway Erfahrungen und Selbsterkenntnisse

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