Roadtrip #3 Part II

8. Tag, Montag, 23.07.2018 – Skagway – Haines

Die Nacht war eigentlich recht angenehm. Das beste war das wir nicht eine Mücke im Zimmer hatten und ich ohne dieses ständige gesumme um meinen Kopf ruhig und entspannt schlafen konnte.

Nach dem eher mittelmäßigen Frühstück (das Frühstückspersonal war so unfreundlich wie ich es schon wirklich lange nicht mehr erlebt habe…!) habe ich mich wiedermal dran gemacht den letzten Blogbeitrag hochzuladen. Nachdem ich gestern abend schon ca. 4,5 Stunden mein Nervenkostüm ausgereizt habe und dann um 23 Uhr letztlich den Geist aufgegeben habe, habe ich es heute morgen nochmal 1,5 Stunden versucht. Leider vergeblich. Bilder beschriften oder auch nochmal den Text verändern war nicht möglich. Die App ist mehrere male abgestürzt sodass ich von neuem anfangen musste und irgendwann hat es mir dann gereicht und ich habe den Beitrag einfach so hochgeladen.

Fehler müssen also bitte verziehen werden! 😀 Das ganze ist doch mehr arbeit als ich am Anfang angenommen hatte. Aber es macht mir trotzdem Spaß. Ihr werdet also auch weiterhin was zum lesen bekommen.

Bis Mittag haben wir nur rumgelungert. Um 14.15 Uhr sollten wir uns bei der Fähre einfinden. Das haben wir auch gemacht, diese hatte allerdings etwas Verspätung. In der Wartezeit hat Franzi ein kleines Nickerchen gehalten, ich habe meine Nägel lakiert und mich mit Leuten unterhalten… die Fährfahrt war ca. 1 Stunde und durch die Verspätung waren wir erst so gegen 19 Uhr (statt ca. 17 Uhr) in Haines.

Ein kleines bisschen Luxus zum Abschied von Skagway

Skagway Downtown

Auf der Fähre von Skagway nach Haines

Der Campingplatz war kaum 5 Minuten vom Fähranleger entfernt. Es handelt sich bei dem Campingplatz um einen Schotterplatz mit einem kleinen Häuschen wo sich zwei Toiletten und eine Dusche drin befinden… aber gut. Ist ja eh nur für die eine Nacht und morgen früh geht es direkt weiter.

Das Abendessen haben wir in kurzer Hose und T-Shirt am Wasser sitzend mit Blick auf Schneebedeckte Berge genossen. Wenn das nicht herrlich ist.

Alaska gefällt uns jetzt schon sehr gut 😊.

Blick aus dem Bett. Ein absoluter Traum – und dann auch noch ohne Mücken

9. Tag, Dienstag, 24.07.2018 – Haines – Haines Junction

Auch heute Nacht hatten wir – obwohl DIREKT am Wasser – keine Mücken. Das haben wir wirklich genossen!

Vor dem Frühstück sind wir erst einmal in die Stadt gelaufen und haben Milch gekauft. Das Frühstück haben wir dann bei wieder mal herrlichem Wetter direkt am Wasser mit Blick auf die Berge zu uns genommen.

Ganz entspannt haben wir uns dann auf den Weg Richtung Haines Junction gemacht. Haines Junction liegt schon wieder im Yukon in Kanada und somit mussten wir wieder über die Grenze.

An der Grenzstation war gefühlt seit Stunden nichts los und es war auch kein großer Ansturm zu erwarten. Trotzdem wurde der Grenzbeamte sehr hektisch als Franzi aussteigen und ihren Pass holen wollte. Letztlich haben wir die Grenze dann problemlos passieren dürfen. Bevor wir in Haines Junction angekommen sind haben wir noch für eine kurze Wanderung gestoppt. Diese hat sich zwar nur als Spaziergang rausgestellt, trotzdem war es sehr angenehm sich mal wieder ein bisschen zu bewegen.

Der Campground in Haines Junction ist nicht so der Knaller aber hier gibt es auch nicht so viel Auswahl. Die Toiletten und Duschen sind… verbesserungsfähig. Aber nun gut. Am Büro gibt es WiFi – Das ist ein kleines bisschen Entschädigung.

Leider gibt es hier nicht ansatzweise einen Ausblick wie gestern und auch sind hier wieder Mücken unterwegs. Das packe ich keine zwei Nächte, also haben wir uns direkt mal einen anderen Campspot gesucht. Hier ist es deutlich windiger und somit hoffentlich auch weniger oder am liebsten keine Mücken.

10. Tag, Mittwoch, 25.07.2018 – Haines Junction

Die Nacht war gar nicht mal so lang. Da es hier wirklich lange hell ist haben wir noch bis spät gelesen und etwas die Zeit vergessen. Als es um 00.30 Uhr immernoch nicht wirklich dunkel war haben wir dennoch entschieden mal zu schlafen.

Nach dem Frühstück haben wir uns dann mit Bear Spray bewaffnet und sind los zum Dezadesh River Trail. Die Wanderung stellte sich als 5.5 km Spazierweg heraus. Während des Mittagessens in der „Village Bakery“ haben wir dann überlegt was wir mit dem Rest des Tages denn noch anfangen.

Wandereinstieg


Ein kleiner Farbspritzer im Wald 😍

Neben uns saßen deutsche und wir kamen ein bisschen ins Gespräch. Die beiden hatten für heute eine Wanderung und für morgen einen Rundflug geplant. Informiert hatten sie sich im Visitor Center.

Na gut, laufen wir da einfach mal hin und informieren uns ein bisschen.

Unterwegs haben wir dann auch die Kirche der Stadt gesehen..

Das Visitor Center war wirklich gut gemacht und sehr informativ.

Relativ schnell hatten wir die Flyer von Rundflügen in der Hand kamen jedoch immer wieder zu dem Schluss das wir das Geld dafür eigentlich nicht haben.

Naja. Eigentlich. Nachdem wir uns dann Bilder von einem Mitarbeiter dort haben zeigen lassen der diesen Flug vor 2 Wochen gemacht hat haben wir uns dann doch dafür entschieden. So á la „once in a lifetime experience“. Wir sind ja im Urlaub und wie oft hat man schon die Möglichkeit.

Also haben wir dort angerufen und dann einfach Glück gehabt und einen Sonderpreis bekommen :). Wenn das nicht Schicksal ist.

Also sind wir zurück zum Auto, haben uns lange Hosen angezogen und sind zum Flughafen gefahren. Der Flieger war klein, für Maximal 4 Personen.

Da ich mit meiner Spiegelreflexkamera dort ankam wurde mir direkt der Fotografenplatz angeboten. Der war ganz hinten im Flieger und zwar mit kleinen Fenstern rechts und links die ich öffnen konnte, damit ich nicht durch die Scheibe fotografieren musste. Ein Traum! Leider hat es zwischendurch ziemlich gewackelt und das mit den Fotos hat sich als kleine Herausforderung herausgestellt.

Die kleinen Luftlöcher waren allerdings nicht nur für meine Fotografie ein Hindernis. Franzi hatte Irgendwie verdrängt das sie Höhenangst hat. Fliegen im Normalfall macht ihr nichts aus, aber irgendwie hatten wir nicht bedacht das es ja ein kleiner Flieger ist. Gut ich war ja schon mal in so kleinen Dingern, das letzte mal bei meinem Fallschirmsprung über dem Grand Canyon, ich weiß also das mir das nichts ausmacht. Die ersten ca. 20 Minuten hat Franzi sich etwas panisch an dem Haltegriff festgehalten. Als der Pilot und ich ihr versichert hatten das alles in Ordnung ist konnte sie sich auch ein wenig entspannen und die wahnsinns Aussicht genießen.

Wir sind einmal um den Mount Logan geflogen. Der höchste Berg Kanadas und nach dem Mount Denali in Alaska der zweithöchste Nordamerikas.

Fotograf am Werk 😊

Nachdem wir sicher wieder gelandet waren konnte Franzi ganz entspannt wieder aufatmen und mit festem Boden unter den Füßen meinte sie auch das es sich auf jeden Fall gelohnt hat!

Den Nachmittag haben wir dann am Pine Lake ausklingen lassen wo ich um 18.30 Uhr noch im See schwimmen gegangen bin und mich anschließend von der Sonne habe trocknen lassen. Es ist so herrlich warm. Das wir bis spät in den Abend noch in kurzen Hosen draußen sitzen können hatten wir beide von dem hohen Norden nicht erwartet. Ein absoluter Traum.

Dieser Tag war um einiges ereignisreicher als wir morgens erwartet hatten. Ein wirklich guter Tag!

11. Tag, Donnerstag, 26.07.2018 – Haines Junction – Whitehorse

Heute Nacht hatten wir trotz Mückenschutz Mücken im Auto und haben beide absolut unruhig bis gar nicht geschlafen.

Der Morgen strahlte uns dann mit Sonnenschein entgegen und nach einem leckeren Frühstück sind wir noch zum See gefahren und haben uns ein bisschen gesonnt.

Während wir so dalagen kamen zwei kleine nasse Hunde an und fingen an auf unseren Handtüchern und wenn ich den nicht weggeschubst hätte wahrscheinlich auch auf mir rumzuturnen. Die Besitzer schien das gar nicht zu stören und als wir fragten ob sie denn bitte den Hund mal da weg nehmen könnten haben sie etwas hilflos reagiert. Als die ganze Geschichte dann von neuem anfing bin ich etwas ausfallender geworden. Zum Glück kam der kleine nicht noch ein drittes mal denn dann hätte ich ihn mit seiner Leine einfach an einem Tisch fest gebunden. Wenn die Besitzer den nicht im Griff haben….

Letztendlich kamen dann aber so viele Leute mit Kindern und Hunden das wir unsere Sachen zusammen gesucht haben und nach einem kurzen Plausch mit einem Kanadischen Paar (von dem wir noch ein paar Tips bekommen haben) haben wir uns auf den Weg Richtung Whitehorse gemacht.

Selbstverständlich haben wir vorher noch Lunch aus der Village Bakery mitgenommen.

Hierfür wollten wir uns unterwegs ein schönes Plätzchen suchen wo man einen schönen Blick hat und sonst nicht so viele Menschen sind. Das haben wir dann auch gefunden. Ein kleiner See direkt an der Straße wo man das Auto vernünftig abstellen konnte.

So saßen wir kurz und haben den Ausblick genossen bis ich auf der anderen Seite des Sees 3 Pferde im Wasser stehen sah. Und so haben wir unser Lunch mit einer kleinen Herde Wildpferde genossen. Unglaublich schön!

Gegen Mittag sind wir in Whitehorse angekommen und konnten auch direkt unser Airbnb beziehen. Super süßes Ding!

Nach einer langen Dusche – die Campingplatzduschen haben wir uns nicht angetan und so war diese hier ganz besonders wiederbelebend – haben wir erstmal entspannt und das rasantschnelle Internet genossen, Bilder von der Kamera gezogen und alle Akkus geladen. Hier kann man sich direkt wie Zuhause fühlen.

12. Tag, Freitag, 27.07.2018 – Whitehorse

Heute haben wir den Tag genutzt und sind mit dem Kajak über den Yukon gepaddelt. Super schöne Natur. Außer den Vögeln die dort nisten hört man nichts. Das Wasser ist klar und leuchtend Türkis. Ein absoluter Traum.
Zwar taten uns am Ende die Arme weh und wir waren etwas zermatscht von der Sonne aber es war auf jeden Fall mal wieder ein super Tag.

Für das Abendessen hatten wir uns eine Gemüsepfanne überlegt. Irgendwie hatten wir aber vergessen das von den zwei Herdplatten nur eine kleine funktionierte. So zog sich das Kochen über 2,5 Stunden und war nicht wirklich zufriedenstellend. Aber zumindest gibt es genug für morgen.

13. Tag, Samstag, 28.07.2018 – Whitehorse

Wir dürfen noch eine weitere Nacht hier in dem Airbnb bleiben, für umme, wenn wir dafür putzen und es wieder für die nächsten Gäste bereit machen. Das haben wir natürlich gern in Anspruch genommen.

So mussten wir heute morgen nicht super früh raus und alles packen sondern haben uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Trail Ride gemacht.

Pünktlich wie ich nun mal gerne bin war auf der Ranch noch nichts vorbereitet.

Zumindest kamen meine Cowboystiefel nochmal zum Einsatz 😍

Das Mädel hat dann schnell die Pferde fertig gemacht und wir sind los. Schon vor dem Start hat sie erwähnt das sie ja noch nicht lange hier sei. Meiner Meinung nach ist das nicht der beste Start irgendwo in den Wald zu starten und den Gästen zu erklären das sie auch nicht genau wisse wo denn wie Wege seien.

Ungefähr nach der Hälfte der Strecke sind wir dann irgendwie wahllos in den Busch abgebogen und haben uns dann gnadenlos im Wald verritten. Als unser Guide dann sagte sie wüsste jetzt auch nicht mehr so genau wo sie sei und wo der Weg wäre, sie wäre hier noch nie gewesen hörte der Spaß etwas auf. Es ging querfeldein, bergauf und bergab durch tiefsten Busch. Wir waren froh lange Hosen und dicke Schuhe angehabt zu haben, denn ansonsten wären unsere Beine vermutlich blutig zerkratzt gewesen. Wir haben uns quasi unseren eigenen Weg durch den Wald geschlagen.

Unterwegs gab es wirklich schöne Ausblicke zu genießen..

Ab durch die Mitte war ihre Devise…
Nach ca. 30 Minuten haben wir dann doch endlich zurück zur Straße gefunden. Wie Franzi so schön sagte glich die „guided tour“ eher einer Schnitzeljagd.

Glücklich das wir wieder zurück auf den weg gefunden haben.

Als der Ranchbesitzer dann am Ende fragte wie es denn gewesen sei und Franzi ihm erklärte, dass es doch toll sei wenn wenigstens der Guide wüsste wo es langgeht, meinte er nur wir wären ja alle sicher zurück gekommen und das sei das einzige was für ihn zählte. Ja, da wussten wir dann auch nichts mehr zu zusagen. Ein sehr abenteuerlicher Urlaub…

Morgen geht es weiter nach Dawson City, mal sehen was uns da so erwartet.

Liebe Grüße aus dem sommerlichen Yukon,

Luisa


6 Gedanken zu “Roadtrip #3 Part II

      1. Nee, wir haben da einige Erfahrungen… ^^ Seid ihr auf Kluane und Claire geritten? Sieht fast so aus.
        Es soll Leute geben, die finden es hier so gut, dass sie glatt auswandern 😉 aber den Winter muss man mögen.
        Viel Spaß euch beiden noch, mit dem Wetter habt ihr ja echt Glück!

        Gefällt 1 Person

      2. Also ich bin Kluane geritten, Franzi ist Riba geritten. Es war abenteuerlich 😂
        Ja, ich bin noch nicht fertig mit Reisen um mich schon zum auswandern irgendwohin zu entscheiden 😂🙈
        Vielen Dank, wir werden auch den Rest der Reise weiterhin genießen.

        Gefällt 1 Person

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